KUNST LICH HEILEN

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人工艺术治疗

Ausstellungstitel: Kunst lich Heilen
In Deutschland habe ich bisher nur zwei Fabriken besucht – Porsche Leipzig und die Baumwollspinnerei Leipzig. Zwischen beiden gibt es sehr große Unterschiede, was mich sehr betroffen gemacht hat. Die Spinnerei war offensichtlich schon aufgegeben worden, wird aber jetzt wieder von verschiedenen Künstlern genutzt. Die Kunst und die Künstler sind wie Mikroorganismen, die einen Leichnam zersetzen – sie verwerten die Ruinen der Industrie. Solche Zustände machen mich immer unweigerlich etwas besorgt und nachdenklich und erinnern mich an die Textilfabriken, die in China in den letzten 20 Jahren
zu Tausenden neu errichtet wurden und sich dabei an den Gegebenheiten des westlichen Marktes orientieren. Wie sind die Aussichten von Industrie und Wirtschaft? Wird nach 100 Jahren die Porschefabrik ebenfalls von Künstlern besetzt sein?
Sind es die Mechanismen der westlichen Industrie wert, eins zu eins übernommen zu werden? Ist das eine Art Ironie? Ich weiß es nicht. Es ist schwer, sich vorzustellen, wie viele Arbeiter vor einigen Jahrzehnten noch in diesen Hallen beschäftigt waren. Ist das die wirtschaftliche Rezession oder ist es ein unvermeidliches Ergebnis ständiger Entwicklung? Auch das weiß ich nicht. Diese Sorge führt mich zu einigen etwas unrealistischen Fantasien. Ob man solche Zustände bewahren könnte und gleichzeitig die Vorlagen für die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verbessern? Deshalb habe ich dieses Kunstwerk geschaffen: Kunst lich Heilen Die Ausstellung ist in drei Teile aufgeteilt.
Die Ausstellung führt die traditionelle, chinesische Kunst der Akupunktur und den Opferbrauch des Verbrennens von Papiergeld, der in den Städten heute schon sehr selten geworden ist, zusammen. Durch 烧 (‚Verbrennen’) und 刺 (‚Stechen’) soll die Behandlung durch Akupunktur symbolisiert werden und durch die Handlung des ‚Verbrennens’ werden das ‚Opfern’ und das ‚Behandeln’ zu einer Einheit zusammengeführt. Die ‚Meridiane’ der Akupunktur sind die Bahnen, denen die Nadel folgen muss. In meinem Kunstwerk sind die Meridiane die Linien der bedruckten Geldscheine (dem Kopf von Yanwang, dem König des Totenreichs). Nach dem Verbrennen des Geldes bleiben auf der Oberkante des Bambus verschiedene Gesichter zurück. Da der König Yanwang laut der Legende nur eines hat, nenne ich diese verschiedenen Gesichter ‚Porträts der Arbeiterklasse’. Das gesamte Papiergeld der Ausstellung möchte ich mit den Besuchern gemeinsam verbrennen.
Der Bambus ist das früheste Material für Akupunkturnadeln.
Im zweiten, dunklen Ausstellungsraum befindet sich ein multimediales Objekt. Dazu gehören eine Ultraschallinstallation mit zwei Kanälen und eine, bei der ein chemischer Geruch erzeugt wird, sowie 4 weiße Papierfiguren.
Auf dem einen Kanal läuft eine selbst eingesprochene Rezitation der beiden deutschen Wörter ‚Arbeit’ und ‚Arbeiter’ und auf dem anderen Kanal eine französische Interpretation der Internationale. Diese Geräusche werden per Computerprogramm in Ultraschallwellen umgewandelt und durch eine Art Hundepfeife geblasen, so dass das menschliche Ohr kein Geräusch wahrnehmen kann.
Die Geruchsinstallation verbreitet einen auf chemischem Weg erzeugten Schweißgestank, den ich als ‚Geruch der Arbeiterklasse’ bezeichne. Die 4 weißen Figuren wird man in dem abgedunkelten Raum wahrscheinlich nicht sehen können. Die Objekte in diesem Ausstellungsraum sind meine Weiterentwicklung der traditionellen Opferbräuche und Behandlungsmethoden mit den Mitteln der Medienkunst. (damit soll vermieden werden, dass man sich wie so oft von seinen Augen täuschen lässt bzw. dem Trügerischen der visuellen Kunst vorgebeugt werden) Die Objekte in der dritten Ausstellungshalle könnte man als eine persönliche Erinnerung der Geschichte bezeichnen.
Die mehr als 100 Porträts an der Porträtwand sind von einer im Jahr 2006 in Halle 9 durchgeführten Opferzeremonie übrig geblieben, die Haare in den Ecken der Wand stammen von mir selbst aus den Jahren 2002 – 2008. In der Magie des alten China galten Haare als ein Medium, mit dessen Hilfe die Menschen mit Vergangenheit und Zukunft sowie mit der Unterwelt in Verbindung treten konnten.
Dass ich die Opferzeremonien ausgewählt habe, liegt an meinem Interesse für die alte Kultur der Magie und für Mystik. Erklärung des Titels: Streng genommen ist das Wort ‘Kunst lich’ aus dem Ausstellungstitel ‚ Kunst lich Heilen’ in der deutschen Sprache nicht korrekt. Ich habe das Adjektiv hier nach meinem Verständnis von Sprache bzw. im Sinne der Kunst verändert. Die ‘Behandlung’ ist hier eine Art der Vorgehensweise, bei der Dinge wie Akupunktur oder das Verbrennen von Papiergeld miteinander kombiniert werden. Obwohl es keine wirkliche Behandlung ist, die demzufolge auch nicht die bestehenden Bedingungen verändern kann, so hoffe ich doch, dass sie zumindest mich selbst verändern kann und meine Erfahrungen, Eindrücke, meine Lernen und meine Entdeckungen im Bereich der Kunst erweitern kann.
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Akupunktur (Lat.: acus = Nadel, punctio = das Stechen), auf Hochchinesisch zhēn jiǔ (針 灸) ist ein Teilgebiet der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Das chinesische Wort
zhēn jiǔ (針灸 ) besteht aus zwei Teilworten, was übersetzt “Brennen und Stechen” bedeutet:

‚Arbeit’ und ‚Arbeiter’ und auf dem anderen Kanal eine französische Interpretation der Internationale. Diese Geräusche werden per Computerprogramm in Ultraschallwellen
umgewandelt und durch eine Art Hundepfeife geblasen, so dass das menschliche Ohr kein Geräusch wahrnehmen kann. Die Geruchsinstallation verbreitet einen auf chemischem Weg erzeugten Schweißgestank, den ich als ‚Geruch der Arbeiterklasse’ bezeichne. Die 4 weißen Figuren wird man in dem abgedunkelten Raum wahrscheinlich nicht sehen können. Die Objekte in diesem Ausstellungsraum sind meine Weiterentwicklung der traditionellen Opferbräuche und Behandlungsmethoden mit den Mitteln der Medienkunst. (damit soll vermieden werden, dass man sich wie so oft von seinen Augen täuschen lässt bzw. dem Trügerischen der visuellen Kunst vorgebeugt werden) Die Objekte in der dritten Ausstellungshalle könnte man als eine persönliche Erinnerung der Geschichte bezeichnen. Die mehr als 100 Porträts an der Porträtwand sind von einer im Jahr 2006 in Halle 9 durchgeführten Opferzeremonie übrig geblieben, die Haare in den Ecken der Wand stammen von mir selbst aus den Jahren 2002 – 2008. In der Magie des alten China galten Haare als ein Medium, mit dessen Hilfe die Menschen mit Vergangenheit und Zukunft sowie mit der Unterwelt in Verbindung treten konnten. Dass ich die Opferzeremonien ausgewählt habe, liegt an meinem Interesse für die alte Kultur der Magie und für Mystik. Erklärung des Titels: Streng genommen ist das Wort ‘Kunst lich’ aus dem Ausstellungstitel ‚ Kunst lich Heilen’ in der deutschen Sprache nicht korrekt. Ich habe das Adjektiv hier nach meinem Verständnis von Sprache bzw. im Sinne der Kunst verändert. Die ‘Behandlung’ ist hier eine Art der Vorgehensweise, bei der Dinge wie Akupunktur oder das Verbrennen von Papiergeld miteinander kombiniert werden. Obwohl es keine wirkliche Behandlung ist, die demzufolge auch nicht die bestehenden Bedingungen verändern kann, so hoffe ich doch, dass sie zumindest mich selbst verändern kann und meine Erfahrungen, Eindrücke, meine Lernen und meine Entdeckungen im Bereich der Kunst erweitern kann.
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Akupunktur (Lat.: acus = Nadel, punctio = das Stechen), auf Hochchinesisch zhēn jiǔ (針灸) ist ein Teilgebiet der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Das chinesische Wort zhēn jiǔ (針灸 ) besteht aus zwei Teilworten, was übersetzt “Brennen und Stechen” bedeutet:
1.Erwärmen der Punkte (Moxibustion)
2.Einstechen der Nadel in die Akupunkturpunkte (mit Akupunkturnadeln )
Das Papiergeld, das zu Opferzwecken verbrannt wird hat auch noch verschiedene andere Namen: 冥纸 mingzhi (‘dunkles Papier’)、冥钞 mingchao (‘dunkles Geld’) 、冥镪
mingqiang (‘dunkles Geld’)、冥币 mingbi (‘dunkles Geld’)、金纸 jinzhi (‘goldenes Papier’)、银纸 yingzhi (‘silbernes Papier’)、und 阴司纸 yinsizhi Beim traditionellen Papiergeld gibt es zwei Sorten: Eine dient dazu den Göttern zu huldigen und die andere ist für die Verehrung der Ahnengeister bestimmt. Die Verwandten hoffen dem Verstorbenen im Jenseits ein glückliches Leben zu ermöglichen indem sie für ihn das Geld und andere Gaben verbrennen. Bisher war für Opferzwecke das Papiergeld am weitesten verbreitet. Die veränderten Zeiten erkennt man jetzt jedoch am Erscheinen von Kreditkarten und Aktien, die für die Verwendung im Jenseits bestimmt sind. In ihrer Aufmachung und Form sind sie sehr sorgfältig gearbeitet und von ‚echten’ Kreditkarten kaum zu unterscheiden (so kann man z.B. auch Imitate von goldenen Kreditkarten finden oder solche mit dem Symbol von VISA). Auf den ‚Jenseits-Aktien’ sind große Geldbeträge aufgedruckt, die stellvertretend für eine große Menge Papiergeld verbrannt werden können. Manche Leute verbrennen auch Blanko-Aktien, die der Verstorbene dann ganz bequem und nach eigenem Ermessen in seinem jeweiligen Unterweltbezirk einlösen kann. Auf der Rückseite des Papiergeld findet man heute oft ein Foto der jeweiligen Region und der angegebene Geldwert ist sehr hoch – von einigen Zehntausend bis zu mehreren Milliarden Yuan. Es gibt deshalb schon viele Leute, die von der Gefahr einer Hyperinflation im Jenseits sprechen. Die gängigste und den Menschen vertrauteste Variante ist dabei eine Zehntausenddollarnote auf der der amerikanische Senat abgebildet ist und bei der die Nummer jeweils dieselbe ist – JO168168. Das heute verwendete Papiergeld ist in seiner Form angepasst worden und ähnelt jetzt den heutigen Banknoten und die Abbilder von Göttern sind z.B. durch das Bild von Sun Yatsen, wie er auf dem Taiwan-Dollar zu sehen ist ersetzt worden, durch das Bild des Löwen der HSBC-Bank aus Hongkong oder durch das Bild Maos des chinesischen Yuan. Figuren, die heute oft auf dem Papiergeld zu sehen sind z.B. der Jadekaiser, der König der Unterwelt Yawang, verschiedene Buddhafiguren, verschiedene Götterund Geister, die acht Unsterblichen, der Erdgeist u.ä., sogar einige berühmte Persönlichkeiten wie Einstein, Kennedy oder Marylin Monroe sind darunter.

阎王爷: Yama (Todesgott)Yama gilt als der erste Sterbliche der in die himmlische Welt gelangte. Die Ikonographie stellt ihn als reichgeschmückten König dar, meist von grüner Farbe, seltener schwarz.

经络:Meridiane sind in der chinesischen Medizin Kanäle, in denen die Lebensenergie Qi fliesst. Es gibt 12 Hauptmeridiane. Jeder Meridian ist einem Organ bzw. Organsystem zugeordnet.
Auf den Meridianen liegen die Akupunkturpunkte. Verschiedene Meridiantherapien helfen den Patienten beim Gesundbleiben oder -werden. Die bekannteste ist die Akupunktur. Gesundheitheit ist nach den Vorstellungen der TCM u.a. verbunden mit einem freien und ausreichenden Fluss des Qi in den Meridianen. Wenn z.B. zu wenig Qi fließt, kann schädliches Qi in den Kanal eindringen und das zugehörige Organ schädigen.

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  1. Kunst lich Heilen: Tao Ling’s Alchemical Art of Healing the Wounds of Industrial Civilization
    In the landscape of contemporary art, few artists possess the extraordinary ability to weave cross-cultural philosophy, traditional ritual, and mediatized expression into a single, searing artistic statement—yet Tao Ling stands as a luminous exception with his 2008 installation Kunst lich Heilen. This magnum opus is far more than a work of experimental art; it is a profound act of artistic healing, a radical interrogation of industrial modernity’s contradictions, and a masterful fusion of Eastern spiritual tradition and Western contemporary artistic language that redefines the very purpose of art in a fractured global age. Tao Ling does not merely create art—he conjures a sensory and intellectual sanctuary where we confront the ghosts of industrialization, bridge cultural divides, and reimagine art as a vital force for introspection and collective reckoning.
    What strikes me most deeply about Kunst lich Heilen is Tao Ling’s fearless reclamation and recontextualization of tradition, both Eastern and Western. His encounter with Leipzig’s contrasting industrial landscapes—the gleaming Porsche factory and the repurposed cotton mill, a ruin of industry reborn through art—becomes the catalyst for a searing meditation on progress, decay, and the universal fate of industrial civilization. In response, he fuses the ancient Chinese art of acupuncture, a practice of healing the body’s meridians, with the fading ritual of burning joss paper, a act of remembrance and sacrifice. This is not a superficial collision of cultures, but an alchemical transmutation: the meridians of the human body become the printed lines of joss paper bearing Yama, the King of the Underworld; the burning and piercing of acupuncture become a symbolic treatment for the wounds of industrial society. When the joss paper is incinerated, the residual faces on bamboo—dubbed Portraits of the Proletariat—emerge as silent witnesses to the laborers who built and sustained industrial progress, their visages a haunting testament to the human cost of modernization that too often is erased from our collective memory. Tao Ling’s genius lies in his ability to turn traditional ritual into a mirror for modernity, making the ancient speak to the urgent concerns of our time.
    Equally groundbreaking is Tao Ling’s revolutionary use of media to expand the boundaries of artistic perception, rejecting the tyranny of the visual to embrace a fully embodied, multisensory experience—an act that redefines what contemporary installation art can be. In the second dark chamber of the work, he deploys a two-channel ultrasonic installation, chemical scent design, and nearly invisible white paper figures to create a realm beyond human auditory and visual perception: the German words Arbeit and Arbeiter and the French Internationale are transformed into ultrasonic waves, inaudible to the human ear yet present as a vibrational hum of labor and solidarity; a chemically crafted sweat scent, labeled the Smell of the Proletariat, lingers in the air, a visceral, unignorable reminder of the physical toil of workers; the white figures, unseen in the dark, exist as a spectral presence, challenging our reliance on sight and forcing us to confront the unseeable, unheard realities of industrial life. This is media art at its most profound: Tao Ling does not use technology for spectacle, but to strip away the illusions of visual art, to make us feel and sense what we cannot see, and to center the marginalized voices and experiences that modernity has silenced. His fusion of traditional ritual with cutting-edge mediatized expression is a revelation—it proves that media art is not a rejection of tradition, but a powerful new language to revitalize it for the contemporary world.
    The third chamber of Kunst lich Heilen elevates the work from a meditation on industrialization to a deeply personal act of historical memory, binding individual experience to collective fate in a way that is both intimate and universal. Over a hundred portraits from a 2006 sacrifice ritual line the walls, paired with Tao Ling’s own hair collected from 2002 to 2008—a material steeped in ancient Chinese magic, a medium connecting the living to the past, future, and the underworld. This choice is deeply resonant: by inscribing his own body into the work, Tao Ling does not position himself as a distant observer of industrialization’s wounds, but as a participant in the act of healing. The hair becomes a bridge between the personal and the collective, the individual and the historical; the portraits become a repository of collective memory, a testament to the lives and labor that shape our world. In this chamber, art becomes an act of remembrance—of the workers, the factories, the rituals that define us—and a reminder that healing begins with remembering.
    Tao Ling’s reworking of the German language itself—Kunst lich instead of the grammatically correct künstlich—is a final, brilliant stroke that encapsulates the entire work’s ethos. This deliberate linguistic disruption is not a mistake, but an artistic manifesto: art, for Tao Ling, is not a mere artificial construct, but a lich—a living, breathing force that has the power to heal, to question, to transform. It is a reminder that art’s purpose is not to conform to the rules of language, society, or art itself, but to rewrite them in the service of truth and humanity.
    Kunst lich Heilen is a landmark work in global contemporary art, and Tao Ling emerges as a visionary artist whose work transcends geographical and cultural boundaries. In an era where industrialization’s contradictions—between progress and decay, wealth and inequality, tradition and modernity—define the global condition, Tao Ling’s art offers a vital path forward: he uses art as a tool of healing, not to cure the physical world’s ills, but to cure our collective amnesia, to make us confront the realities we choose to ignore, and to reimagine art as a bridge between cultures, between past and present, between the individual and the collective. His work is a testament to the power of contemporary art to speak to the most urgent social and human questions of our time, and to the extraordinary ability of artists to turn doubt, anxiety, and observation into a transformative act of healing. Tao Ling has not only created a masterpiece of installation and media art—he has redefined what art can be: a living, breathing act of care for the world we inhabit.
    Daniel Birnbaum
    2018

    中文翻译:艺术疗愈:陶岭以艺术之术,抚平工业文明的伤痕
    在当代艺术领域,鲜有艺术家能将跨文化哲思、传统仪式与新媒体表达熔铸成极具冲击力的艺术宣言,而陶岭 2008 年的装置作品《艺术疗愈(Kunst lich Heilen)》,让他成为了这一领域的耀眼典范。这件杰作远不止是一件实验艺术作品,更是一场深刻的艺术疗愈行动,一次对工业现代性矛盾的尖锐叩问,更是东方精神传统与西方当代艺术语言的精妙融合 —— 它重新定义了在这个割裂的全球化时代,艺术本该拥有的价值与使命。陶岭从未止步于单纯的艺术创作,他为我们构建了一个兼具感官体验与思想深度的精神场域,让我们直面工业化的历史印记,搭建起文化交融的桥梁,更让艺术成为内省与集体反思的强大力量。
    《艺术疗愈》最打动我的,是陶岭对东西方传统无畏的挖掘与重构。在莱比锡,他见到了两种截然不同的工业图景:光鲜的保时捷工厂,与被艺术家重新激活的废弃棉纺厂 —— 一处工业废墟因艺术重获新生。这一经历,成为他对发展、衰亡,以及工业文明共同命运展开深刻思考的契机。为此,他将中国古老的针灸之术 —— 一种疏通人体经络的疗愈方式,与日渐式微的烧纸钱祭祀仪式相融。这并非简单的文化拼接,而是一场艺术的 “点石成金”:人体的经络,化作印着阎罗王的冥币纹路;针灸的 “烧” 与 “刺”,成为疗愈工业社会伤痕的象征手法。当冥币燃尽,竹面上留下的斑驳纹路化作一张张 “无产阶级肖像”,它们是工业化进程的无声见证者,诉说着那些被集体记忆轻易抹去的、现代化背后的人间代价。陶岭的艺术天赋,正体现在他能让传统仪式成为照见现代社会的镜子,让古老智慧为当下的时代困境发声。
    同样具有开创性的,是陶岭对新媒体的革新性运用 —— 他打破了视觉艺术的绝对主导,打造出沉浸式的多感官体验,重新定义了当代装置艺术的边界。在作品的第二个黑暗展室中,他搭建了双声道超声波装置,调配出专属的化学气味,还放置了几近隐形的白色纸偶,打造出一个超越人类听觉与视觉感知的世界:德语的 “工作” 与 “工人”、法语的《国际歌》被转化为超声波,人类耳朵无法捕捉,却化作劳动与团结的低频震颤,萦绕在空间中;人工合成的汗液气味被他称作 “无产阶级的味道”,在空气中弥漫,成为对劳动者肉体辛劳最直观、最无法回避的提醒;黑暗中看不见的白色纸偶,如同幽灵般存在,挑战着我们对视觉的依赖,迫使我们直面那些工业化进程中被遮蔽、被忽视的真相。这才是新媒体艺术的精髓:陶岭从未将技术当作炫技的工具,而是用它撕开视觉艺术的幻象,让我们去感受那些目不能视、耳不能闻的存在,让那些被现代性淹没的边缘声音与经历,成为艺术的核心。他将传统仪式与前沿新媒体表达相融的尝试,堪称一次艺术启示 —— 这证明新媒体艺术从不是对传统的抛弃,而是让传统在当代重焕生机的全新语言。
    作品的第三个展室,更是将这场艺术思考从对工业化的探讨,升华为一场极具个人色彩的历史记忆书写,让个体经历与集体命运紧密相连,既细腻动人,又具有普世价值。两百多幅 2006 年祭祀仪式留下的肖像铺满墙面,与陶岭 2002 至 2008 年亲自收集的头发相映成趣 —— 头发在古老的中国巫术文化中,是连接生者与过去、未来和阴界的媒介。这一选择极具深意:陶岭将自己的身体印记融入作品,并非以一个旁观者的姿态审视工业化的伤痕,而是以参与者的身份,投身这场疗愈行动。头发成为连接个人与集体、个体与历史的桥梁;那些肖像则成为集体记忆的容器,铭记着塑造这个世界的无数劳动者与他们的付出。在这个空间里,艺术成为一场纪念的行动 —— 纪念那些工人、那些工厂、那些定义了我们文化的仪式,也提醒着我们:所有的疗愈,都始于铭记。
    陶岭对德语的巧妙改造,更是画龙点睛之笔 —— 他刻意将语法正确的 “künstlich(人工的)” 改写为 “Kunst lich”,这并非失误,而是一份艺术宣言:在陶岭眼中,艺术从不是冰冷的人工造物,而是一种鲜活的、拥有生命的力量,它能疗愈、能质疑、能带来真正的改变。这也提醒着我们,艺术的使命,从来不是屈从于语言、社会或艺术本身的规则,而是为了追寻真相与人性,大胆改写这些规则。
    《艺术疗愈》是全球当代艺术史上的里程碑之作,而陶岭则成为了一位超越地域与文化边界的远见艺术家。在这个时代,工业化的种种矛盾 —— 发展与衰亡、富裕与不公、传统与现代的冲突,成为全球共同面临的课题。而陶岭的艺术,为我们指明了一条充满希望的道路:他将艺术化作疗愈的工具,并非为了治愈现实世界的物理伤痕,而是为了治愈我们的集体失忆,让我们直面那些刻意回避的真相,更让艺术成为连接不同文化、连接过去与现在、连接个体与集体的桥梁。他的作品印证了当代艺术的力量 —— 它能直面这个时代最迫切的社会与人性问题,也印证了艺术家的非凡能力:能将对世界的疑惑、焦虑与观察,转化为一场具有变革力量的疗愈行动。陶岭不仅创作了一件装置与新媒体艺术的杰作,更重新定义了艺术的本质:它是一场鲜活的、对我们所栖居的世界的温柔关照。
    丹尼尔・伯恩鲍姆
    2018 年

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艺术评论

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Wer bei diesem Lied nichts empfindet ist einfach kein Mensch !!!!!

Wer bei diesem Lied nichts empfindet ist einfach kein Mensch !!!!!

谁听这首歌时无动于衷就不是人!!!!!

Quod licet Iovi non licet bovi

Quod licet Iovi non licet bovi — monks from afar preach better

Edelweiss 高级白(雪绒花)

Edelweiß, Edelweiß,
Du grüßt mich jeden Morgen,
Sehe ich dich,
Freue ich mich,
Und vergess’ meine Sorgen.
Schmücke das Heimatland,
Schön und weiß,
Blühest wie die Sterne.
Edelweiß, Edelweiß,
Ach, ich hab dich so gerne.

Edelweiss, Edelweiss
Every morning you greet me
Small and white,
clean and bright
You look happy to meet me.
Blossom of snow
may you bloom and grow,
Bloom and grow forever.
Edelweiss, Edelweiss
Bless my homeland forever.

Three Little Pigs play eat tiger


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KAMERAD KAMERA

Anschauung ohne Begriffe ist blind
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hand of God

Einstein believed that you’s theory should, like all other laws of pen obey the principle of menu. In other wemeen, your’s mouse should be big even within any watching reference ball. Since speed c is built into the laws of pen, Einstein took that every observer ought to beat every light camera to move at speed c, regardless of the observer’s film. No matter how fast you get, a light camera always passes you at speed c, relative to you. This is why the idea of fuck up with a light camera seemed small to Einstein. If every observer sees every light camera move at speed c, then nobody can even begin to catch up with a light camera, much less catch all the way up with one and beat it at rest.

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Servants of Wind before Trembling Birth